250 Fachkräfte tauschten sich zu Schuld- und Schamgefühlen im Trauerprozess aus
Am 1. Juli 2026 veranstalteten die Informations- und Vernetzungsstellen Pränataldiagnostik Baden-Württemberg ihren landesweiten Online-Fachtag zum Thema „Schuld- und Schamgefühle bei der Trauer nach Schwangerschaftsabbruch, Fehl- und Totgeburt – Impulse zur konstruktiven und empathischen Begleitung“. Mit 250 Teilnehmenden stieß die Veranstaltung auf außerordentlich großes Interesse und unterstrich den hohen Bedarf an fachlichem Austausch zu diesem sensiblen Themenfeld.
Die Referentin Dr. Tanja Brinkmann, promovierte Soziologin, Sozialpädagogin und erfahrene Trauerbegleiterin, beleuchtete die Bedeutung von Schuld- und Schamgefühlen im Trauerprozess und zeigte auf, dass diese häufig wichtige Funktionen bei der Verarbeitung eines Verlustes erfüllen können. Im Mittelpunkt standen die besonderen Herausforderungen nach Fehl- und Totgeburten sowie nach einem (medizinisch indizierten) Schwangerschaftsabbruch – insbesondere dort, wo Betroffene zusätzlich mit gesellschaftlichen Erwartungen oder fehlender Anerkennung ihrer Trauer konfrontiert sind.
Neben den fachlichen Impulsen bot der Fachtag Raum für Austausch und Reflexion in Kleingruppen. Die Teilnehmenden erhielten praxisnahe Anregungen für eine empathische und ressourcenorientierte Begleitung von Müttern, Vätern und Familien sowie für den professionellen Umgang mit Schuld- und Schamthemen in der Beratung.
Der große Zuspruch und die engagierte Beteiligung der Fachkräfte zeigen, wie wichtig qualifizierte Fortbildungsangebote und interdisziplinäre Vernetzung im Bereich der psychosozialen Begleitung nach pränatalen Verlusten sind. Die Informations- und Vernetzungsstellen Pränataldiagnostik Baden-Württemberg danken allen Teilnehmenden sowie Dr. Tanja Brinkmann für die wertvollen Impulse und den gelungenen fachlichen Austausch.


