Beratung bei Pränataldiagnostik

Ultraschalluntersuchungen

Drei Ultraschalluntersuchungen finden routinemäßig im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge beim Frauenarzt statt: in der 9.–12. sowie in der 19.–22. und in der 29.–32. Schwangerschaftswoche.
Durch sie ist die vorgeburtliche Überwachung der Entwicklung des Kindes im Mutterleib möglich: Das Wachstum und die Versorgung des Kindes werden kontrolliert, die Organe werden betrachtet und es kann auf Hinweise für Fehlbildungen und Behinderungen geachtet werden. Den werdenden Eltern wird mit der Ultraschalluntersuchung der Blick auf das ungeborene Kind ermöglicht. Die Beziehung zum Kind kann sich dadurch verändern und vertiefen.

Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche kann sei Juli 2013 gewählt werden zwischen

  • Basisultraschall: Die Größe von Kopf, Bauch und Oberschenkeln werden vermessen, es wird nach Auffälligkeiten am Mutterkuchen oder bei der Fruchtwasserbildung gesucht und es wird kontrolliert, ob das Herz schlägt.
  • erweiterte Ultraschalluntersuchung: Die Organe werden etwas genauer betrachtet, d.h. es wird bestimmten Fragen nachgegangen, die im Mutterpass vermerkt sind. Z.B.: Sind Kopf und Hirnkammern normal geformt? Ist das Kleinhirn sichtbar? Sind Rücken und Hals gut ausgebildet? Sind Herz und Brustkorb im richtigen Größenverhältnis erkennbar? Sind Magen und Harnblase zu sehen? Sind die vier Kammern des Herzens ausgebildet?

 

Wenn bei einer der Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge beim Frauenarzt spezielle Risiken (z.B. Mehrlingsschwangerschaft) oder Auffälligkeiten festgestellt werden, ist auf Wunsch der werdenden Eltern der detailliertere Organultraschall (sonografische Feindiagnostik) möglich. Dieser wird zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche von speziell dafür ausgebildeten Frauenärztinnen und -ärzten (Pränatalmedizinern) durchgeführt.

Auf Wunsch kann die Feindiagnostik aber ebenso anstatt der erweiterten Ultraschalluntersuchung in einer Praxis für Pränatalmedizin in Anspruch genommen werden. Dabei wird das Baby noch genauer unter die Lupe genommen. Der Feinultraschall ohne Indikation/Überweisung durch den Frauenarzt muss jedoch nach wie vor selbst bezahlt werden.

Darüber hinaus werden bei bestimmten Fragestellungen weitere spezielle Ultraschalluntersuchungen von Pränatalmedizinern durchgeführt:

  • Doppler-Ultraschall: Überprüfung der Durchblutung von Gebärmutter und Plazenta, Nabelschnur sowie wichtiger Gefäße des Kindes.
  • Echokardiographie: Genauere Untersuchung des kindlichen Herzes, d.h. Funktion der Herzklappen und Blutstrom im Herz.
  • 3D-Ultraschall: Viele einzelne Ultraschallschnittbilder des Babys werden zu einem ganzen, dreidimensionalen Bild zusammengesetzt.
  • 4D-Ultraschall: Das dreidimensionale Bild des Kindes wird in Echtzeit dargestellt, sodass Kindesbewegungen unmittelbar sichtbar werden.

Mit Hilfe der Ultraschalldiagnostik können frühzeitig Probleme und Gefährdungen des ungeborenen Kindes festgestellt werden, sodass darauf angemessen reagiert werden kann. Es besteht z.B. die Chance, die Geburt frühzeitig zu planen und eine optimale Behandlung des Kindes nach der Geburt vorzubereiten. In Einzelfällen sind Therapien im Mutterleib möglich.

In manchen Fällen werden jedoch bei Ultraschalluntersuchungen Auffälligkeiten entdeckt, die für eine sichere Diagnose weitergehende Untersuchungen erforderlich machen. Häufig handelt es sich dabei um Hinweise auf eine Erkrankung oder Behinderung, für die es keine Therapie gibt. Werdende Eltern sollten daher Grenzen und Nutzen der Untersuchungen abwägen.