Beratung bei Pränataldiagnostik

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Mit einer dünnen Nadel werden durch die Bauchdecke 8–10ml Fruchtwasser entnommen, das Zellen des Kindes enthält. Diese werden auf Chromosomenabweichungen untersucht; außerdem wird der Wert eines Eiweißes, des Alpha-1-Fetoproteins (=AFP), bestimmt, der erhöht ein Hinweis auf bestimmte Erkrankungen beim Kind sein kann.
Die Amniozentese wird im Regelfall in der 15.–18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Die Wartezeit auf das Ergebnis beträgt 10–14 Tage. Auf Wunsch kann ein Schnelltest (FisH-Test) durchgeführt werden, der bereits nach ein bis zwei Tagen ein vorläufiges Ergebnis liefert.
Das Risiko für eine Fehlgeburt nach der Fruchtwasseruntersuchung infolge von Fruchtwasserabgang, Infektion oder Blutung liegt zwischen 0,2 und 1%. Es ist zum einen vom Zeitpunkt der Untersuchung abhängig (je früher eine Amniozentese in der Schwangerschaft durchgeführt wird, desto höher liegt das Risiko) und zum anderen von der Erfahrung des untersuchenden Arztes.
Viele Diagnosen erlauben nur bedingt Aussagen über Schwere und Ausprägung der Erkrankung. Insofern sollten werdende Eltern Chancen und Risiken der Untersuchung abwägen.