Beratung bei Pränataldiagnostik

Möglichkeiten und Grenzen vorgeburtlicher Untersuchungen

Durch vorgeburtliche Untersuchungen wird das Risiko einer Krankheit oder Behinderung eher einschätzbar.
Die Eltern können sich auf eine Erkrankung oder Behinderung ihres Kindes einstellen. Unter Umständen kann die Geburt entsprechend vorbereitet, Entscheidungen über das eigene Leben, sowie das Leben des Kindes nach der Geburt können getroffen und geplant werden. Sollte die Fortsetzung der Schwangerschaft die körperliche und/oder seelische Gesundheit der Frau gefährden, kann ein Schwangerschaftsabbruch mit medizinischer Indikation erwogen werden.

Durch vorgeburtliche Untersuchungen erhoffen sich Schwangere die Bestätigung, ein gesundes Kind zu bekommen. Unauffällige Befunde können beruhigen.
Manchmal können die Untersuchungen aber auch mit Verunsicherung einhergehen. Unsichere Prognosen und das Warten auf Diagnosen können dazu führen, dass werdende Mütter es kaum wagen, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen.    
Die Erwartungen an die Pränataldiagnostik sind häufig nicht erfüllbar: Eine 100%ige Sicherheit ein gesundes Kind zu bekommen, kann durch die Untersuchungen nicht gegeben werden.

Manche Ergebnisse nicht-invasiver Untersuchungen stellen ein errechnetes Risiko für bestimmte Behinderungen dar. Dies wird z.B. angegeben als 1:85 - was bedeutet, dass bei 85 Kindern mit den gleichen Berechnungswerten nur ein Kind tatsächlich die untersuchte Behinderung aufweist.
Bei invasiven Untersuchungen besteht ein Risiko, dass Wehen augelöst werden, in deren Folge es zu einer Fehlgeburt kommen kann.