Beratung bei Pränataldiagnostik

Das Strafgesetzbuch (StGB)

regelt in §§ 218 und 219 die Bedingungen eines Schwangerschaftsabbruches. Grundsätzlich ist dieser für alle daran Beteiligten strafbar, bleibt aber bei bestimmten Voraussetzungen straffrei:

  • Es dürfen seit dem Empfängnis nicht mehr als 12 Wochen verstrichen sein,
  • die schwangere Frau hat eine Schwangerschaftskonfliktberatung bei einer anerkannten Beratungsstelle wahrgenommen,
  • zwischen dieser Beratung und dem Schwangerschaftsabbruch wurde eine Bedenkzeit von drei Tagen eingehalten und
  • der Schwangerschaftsabbruch wird von einem Arzt oder einer Ärztin durchgeführt.

Sofern eine ärztlich bescheinigte Indikation vorliegt, ist der Schwangerschaftsabbruch nicht rechtswidrig.
Dies ist zum einen die kriminologische Indikation, wonach die Schwangerschaft durch eine rechtswidrige Tat (sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) zustande kam, zum anderen ist dies die medizinische Indikation. Diese kann u.a. im Zusammenhang mit vorgeburtlichen Untersuchungen eine Rolle spielen. Denn eine medizinische Indikation wird der Arzt dann ausstellen, wenn dieser zu der Erkenntnis kommt, dass bei weiterer Austragung der Schwangerschaft eine Gefahr für das Leben bzw. eine schwerwiegende Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der schwangeren Frau besteht.

Hier finden Sie den genauen Wortlaut des Gesetzestextes.