Beratung bei Pränataldiagnostik

Bestattungsgesetz (BestattG) Baden-Württemberg

Begriffsklärungen

Ein Kind, welches ein Geburtsgewicht von unter 500g hat und tot geboren wurde, gilt als Fehlgeburt.

Ein Kind, das vor der Geburt verstorben ist und ein Geburtsgewicht von über 500g hat, gilt als Totgeburt.

Ein Kind, das lebend zur Welt kommt (nach der Geburt schlägt das Herz des Kindes oder die Nabelschnur pulsiert oder die natürliche Lungenatmung hat eingesetzt), gilt unabhängig vom Geburtsgewicht als Lebendgeburt.


Regelungen zur Bestattung in Baden-Württemberg (BestattG)*


Fehlgeburt

Verstirbt ein Kind vor der Geburt und hat ein Geburtsgewicht unter 500g, besteht für Kliniken und medizinische Einrichtungen, in denen es zu der Fehlgeburt kam, eine Bestattungspflicht. D.h. die Klinik/medizinische Einrichtung hat dafür Sorge zu tragen, dass das verstorbene Kind würdevoll beigesetzt wird (auch nach einer von den Eltern zugestimmten Obduktion). Meist wird dafür ein- bis zweimal im Jahr eine Sammelbestattung organisiert. In größeren Städten gibt es meist Gräberfelder** für nicht bestattungspflichtige fehlgeborene Kinder. Für die Eltern entstehen bei dieser Form der Bestattung keine Kosten.

Da in der Regel die von den Kliniken veranlassten Bestattungen nur in halbjährlichem oder jährlichem Abstand stattfinden, kann für manche Eltern die Wartezeit zu lange dauern. Auch für Eltern, die eine Feuerbestattung, wie sie in der Regel bei Sammelbestattungen üblich ist, ablehnen, können ihr fehlgeborenes Kind selbst bestatten, wenn sie dies wünschen. Sie haben grundsätzlich ein Bestattungsrecht und können daher die Bestattung auch nach ihren Vorstellungen selbst organisieren und ein Bestattungsunternehmen beauftragen. In diesem Fall müssen die Eltern allerdings für die Kosten selbst aufkommen.

Totgeburt und Lebendgeburt

Verstirbt ein Kind vor der Geburt und hat ein Geburtsgewicht über 500g (Totgeburt) oder kommt ein Kind lebend zur Welt und verstirbt nach der Geburt (Lebendgeburt), so besteht für die Eltern eine Bestattungspflicht. D.h. die Eltern müssen in diesem Fall eine Bestattung veranlassen und die Kosten tragen.



* Die gesetzlichen Bestimmungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier finden Sie den genauen Wortlaut des Gesetzestextes von Baden-Württemberg.

** Eine Liste mit Gräberfeldern und Bestattungsmöglichkeiten für fehlgeborene nicht bestattungspflichtige Kinder finden Sie auf der Homepage Initiative REGENBOGEN, „Glücklose Schwangerschaft e.V.“ oder auf der Homepage "Muschel" für Sternenkinder-Eltern nach Fehlgeburt und Totgeburt.