Beratung bei Pränataldiagnostik

Trauerbegleitung

Wenn die Schwangerschaft anders verläuft als erhofft und erwünscht, wenn sich auffällige Befunde zeigen, ganz besonders aber nach einem Schwangerschaftsabbruch, einer Früh- oder Totgeburt, heißt es sich verabschieden von diesem Kind, aber auch von Wünschen und Träumen, die sich mit dieser Schwangerschaft für das eigene Leben verbunden haben. Auch wenn ein Kind mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung zur Welt kommt, müssen die Eltern dies „verschmerzen“ und sich auf die neue Situation einstellen, was nicht selten ebenfalls mit Trauerprozessen verbunden ist.

Trauer ist etwas ganz Persönliches und doch kann es sehr hilfreich sein, eine unterstützende Begleitung in dieser Zeit zu finden. Die psychosoziale Beratung bietet Raum und Zeit für Schmerz, Trauer, Wut oder auch Schuldgefühle. Wenn es darum geht, wie der Abschied vom Kind gestaltet werden kann oder wie sich beide Partner gut unterstützen können, auch wenn sie unterschiedlich trauern, die psychosoziale Beratung nimmt sich Zeit, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und hat Erfahrung, was hilfreich sein kann.

Trauerbewältigung braucht ihre Zeit: Manchmal zeigt sich die Trauer nochmal in einer späteren Schwangerschaft und steht der Freude auf dieses neue Kind „im Weg“. Die vorige Schwangerschaft und das Kind, das nicht leben konnte, wollen nochmal betrauert sein.

Es ist wichtig, den Abschiedsprozess bei einem Schwangerschaftsabbruch - einer eingeleiteten Geburt - oder auch bei einer Totgeburt bewusst zu gestalten. Dabei helfen ärztliche und pflegerische Mitarbeiter/-innen in der Klinik; es ist immer auch möglich, unterstützende Gespräche und Begleitung durch Krankenhaus-seelsorgerInnen zu bekommen. Häufig ist auch der behandelnde Gynäkologe bzw. die Gynäkolgin offen für Gespräche zur Trauerbegleitung.

Als Betroffene finden Sie zusätzlich ausgebildete und einfühlsame Ansprechpartnerinnen in allen Schwangerenberatungsstellen, die sich gerne Zeit für Sie in dieser Krisensituation nehmen und auch für eine Nachbetreuung über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen.

An manchen Orten in Baden-Württemberg gibt es auch Selbsthilfegruppen oder angeleitete Trauergruppen. Die IuV-Stellen stellen gerne auf Nachfrage Kontakt her.